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Die UNESCO-Schule Essen hat sich von der ursprünglichen Aufgabe, die Durchlässigkeit des dreigliedrigen Schulsystems zu gewährleisten, zu einem Gymnasium entwickelt, das besonders den Gegebenheiten der Bevölkerung des Ruhrgebiets Rechnung trägt. Nachdem zunächst die Chancengleichheit im Bildungsbereich für die Kinder der Arbeitnehmerschaft die Zielsetzung war, wurde zunehmend die Förderung der Kinder der ausländischen Arbeitnehmerschaft und der Spätaussiedler als besondere Aufgabe verstanden. Viele dieser Schülerinnen und Schüler sind jedoch inzwischen zweite oder gar schon dritte Generation der vom Ausland Zugewanderten. In letzter Zeit ergab sich dann in der Zusammenarbeit mit der RAA (Regionale Arbeitsstelle zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher) eine erneute Veränderung des Schwerpunktes vor allem in der S I durch die Einrichtung von Auffangklassen für Schülerinnen und Schüler, die ohne oder nur mit geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland gekommen sind und in das deutsche Schulsystem eingegliedert werden müssen.
Daher ergibt sich für die UNESCO-Schule Essen eine dreifache Herausforderung und Profilierung:
1. die Förderung der Schülerinnen und Schüler, die nach der sechsten Klasse Hauptschule oder nach dem qualifizierten Abschluss der Haupt- und Realschule zum Gymnasium wechseln, um möglichst bald das gymnasiale Lernniveau zu erreichen
2. die Förderung der gerade zugewanderten Schülerinnen und Schüler, um eine möglichst schnelle Eingliederung in die Regelklassen zu erreichen
3. die Förderung der Integration der einzelnen Schülerinnen und Schüler mit spezifischen Biographien als Kriegsflüchtlinge, Asylsuchende, Spätaussiedler, Zuwanderern und ganz einfach Schullaufbahnwechslern in die Schülerschaft der UNESCO-Schule
Aus dieser Profilierung ergibt sich von selbst, dass unsere Schule mit einer Schülerschaft, die aus über vierzig verschiedenen Herkunftsländern stammt, sich besonders den Zielsetzungen der UNESCO verpflichtet weiß und deshalb ihren Beitrag im Sinne internationaler Verständigung im Netzwerk der Unesco-Projekt-Schulen zu leisten sich bemüht.
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Dies gilt insbesondere
- für die Bewusstseinsbildung von der Würde und Gleichwertigkeit jedes Menschen
- für die Achtung und Toleranz der eigenen Person und der der anderen
- für das Fördern und Einüben des friedlichen Denkens und Handelns auch beim Lösen von Konflikten
- für die Respektierung der eigenen kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Identität und der der anderen
- für die Offenheit dem Neuen, Fremden, Andersartigen gegenüber in der Begegnung mit der Mitschülerin und dem Mitschüler
Dieses Schulprofil verlangt ein eigenes Schulprogramm, das vor allem für die Übergangsphasen von anderen Schulformen zum Gymnasium speziell die Einübung in fachwissenschaftliche Methoden und die Vermittlung der im Vergleich zu grundständige Gymnasien noch nicht vorhandene fachwissenschaftliche Lerninhalte abweichend von den Richtlinien festlegt, um dann, vor allem in der Qualifikationsphase der S II, an die allgemeinen Richtlinien der einzelnen Fächer anknüpfen zu können.
Weiterhin verlangt das Schulprofil, dass die einzelnen Fachkonferenzen der internationalen Schülerschaft dadurch gerecht werden, dass die festgelegten Themen und Gegenstände einerseits helfen, die europäische, durch das Christentum und die abendländische Philosophie maßgeblich geprägte Kultur und das daraus hervorgegangene Menschenbild versteh- und nachvollziehbar zu machen, andererseits aber auch den eurozentrischen Standpunkt zu Gunsten eines verstärkten globalen Kontextes aufzugeben und kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen anderer Völker vergleichend mitzubedenken und in synchronen Schnitten in Blick zu nehmen.
In diesem Kontext gewinnen auch die Betriebspraktika der Jahrgangsstufen 9 und 12 an Bedeutung, die den Schülerinnen und Schülern Orientierungshilfen für die sich schnell ändernden Bedingungen und Möglichkeiten der Arbeits- und Berufswelt der Bundesrepublik Deutschland geben sollen.
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