Zeus: Evan, du bist als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Welche Gründe hattest du dafür?
Evan Khamo: Erstens wurde ich gezwungen, der "Albath Partei" beizutreten, und zweitens sollte ich in die so genannte "Jerusalem Armee" gehen, die eine antiisraelische Armee ist. Neben diesen Hauptgründen gibt es noch weitere. So wurde ich auch wegen meiner katholischen Religion verfolgt.
Zeus: Bist du als Exiliraker für diesen Krieg?
Evan Khamo: Ich bin verzweifelt: Auf der einen Seite bin ich dafür, weil ich wie die Menschen, die im Irak leben, ein Ende der totalitären Regierung will. Das irakische Volk lebt nicht richtig, es versucht in einer Atmosphäre der ständigen Angst um das eigene Leben oder das der Kinder und die Freiheit zu überleben. Iraker sagen: "Wir sterben lieber einmal, als langsam Tag für Tag", so wie die Deutschen sagen: "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende."
Auf der anderen Seite bin ich natürlich auch gegen den Krieg, weil der Irak meine Heimat ist. Meine Freunde und Verwandte leben dort, und es wird viele menschliche Opfer geben. Ich weiß nicht, ob ich meinen Vater und meine Schwester je wieder sehen kann.
Zeus: Vermisst du deine Freunde?
Evan Khamo: Na klar. Aber noch schlimmer ist, dass ich nicht weiß, ob sie morgen noch am Leben sind.
"Lieber einmal sterben als langsam Tag für Tag"
Zeus: Glaubst du, dass du nach dem Krieg wieder zurück in den Irak kannst?
Evan Khamo: Ich glaube, es wird nicht so einfach. Für viele Menschen im Irak, besonders im Süden des Landes, ist dieser Krieg keine politische Aktion, sondern ein Religions-Krieg zwischen den Christen und Muslimen. Andererseits gibt es im Süden aber auch die Schiiten, die kein Blutvergießen mehr wollen.
Zeus: Hattest du in Deutschland irgendwelche Probleme wegen deiner Nationalität?
Evan Khamo: Nein.